Lebensqualität für Krebspatienten steigt durch ganzheitliche Rehabilitation signifikant

Wien/St. Veit im Pongau – Der medizinische Fortschritt in der Krebstherapie führt zu einem Paradigmenwechsel bei der Behandlung von Patienten: Rund 70 Prozent der Betroffenen haben nach ihrer Diagnose eine Lebenserwartung von über fünf Jahren. Auch nach erfolgreicher Therapie benötigen viele Patienten jedoch noch Hilfestellung im Umgang mit den physischen und psychischen Folgen der Behandlung. Seit 2011 bietet die VAMED dafür an mittlerweile zwei Standorten in Österreich onkologische Rehabilitation an. Deren Wirksamkeit wurde jetzt im Rahmen einer neuen Studie überprüft.

Der Rehabilitation von Krebspatienten kommt eine immer wichtigere Rolle innerhalb des Gesundheitssystems zu. Krebs ist zunehmend als chronische Erkrankung zu sehen, das macht einen multiprofessionellen Ansatz in der Rehabilitation notwendig. Die Patienten werden in spezialisierten Behandlungskonzepten mit höchster medizinischer und therapeutischer Kompetenz unterstützt, um nach der Erkrankung wieder ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Die Experten der Onkologischen Rehabilitation St. Veit im Pongau – eine Einrichtung der VAMED und der Salzburger Landeskliniken – überprüften nun erstmals die nachhaltige Wirkung dieses Ansatzes. Mit bemerkenswerten Ergebnissen: Schon drei bis vier Wochen Rehabilitation bringen eine „enorme Verbesserung der Lebensqualität“, sagt Prof. Dr. Thomas Licht, Ärztlicher Leiter des VAMED-Rehazentrums.

Im Rahmen der Studie konnte belegt werden, dass die Zahl jener Krebspatienten, die an depressiven Verstimmungen litten, durch die Rehabilitation halbiert werden konnte. Ein ähnlicher Wert ergibt sich für die Angst vor Rückfall oder neuerlicher Erkrankung. Diese Angstzustände beobachten die Ärzte bei vielen Patienten, oft unabhängig von ihrem tatsächlichen Rückfallrisiko.

Eine weitere häufige Spätfolge von Krebserkrankungen ist die so genannte Fatigue, also Müdigkeit und Erschöpfung, die sowohl aus der Krankheit als auch aus deren Behandlung resultieren kann und oft noch Monate nach der eigentlichen Genesung auftritt. Diese erleben die Patienten als massive Einschränkung ihrer Lebensqualität, ebenso wie Folgeerscheinungen wie Mundtrockenheit, Schädigung des peripheren Nervensystems, mangelnde Beweglichkeit und Inkontinenz. Laut Prof. Licht zeigen die Statistiken nach der Rehabilitation „drastische Verbesserungen bei jenen Patienten, die am meisten belastet sind“. Das betrifft in der Regel vor allem Frauen nach Brustkrebserkrankungen, die mit einer Veränderung ihres Körperbildes und ihrer Lebensplanung zu kämpfen haben. Patienten mit massiven Ernährungsstörungen, die unter starker Gewichtsabnahme leiden, sowie Menschen mit Krebserkrankungen des Blutsystems, die besonders aggressiv behandelt werden müssen, sind ebenso zentrale Zielgruppe der onkologischen Rehabilitation.

Kern der Reha ist die enge Zusammenarbeit unterschiedlicher Gesundheitsberufe – von Internisten über Psychologen und Physiotherapeuten bis zu Ergotherapeuten. Kraft- und Ausdauertrainings werden kombiniert mit einer umfassenden psychoonkologischen Betreuung und umfassenden Patientenschulungen in Hinblick auf zukünftige Lebensgewohnheiten, die helfen können das Wiedererkrankungsrisiko zu reduzieren. Darüber hinaus setzt die VAMED als größter privater Betreiber von Rehabilitationskliniken in Österreich insbesondere in der Onkologie auch auf die Schaffung von „Healing Environments“. Räume werden gezielt therapeutisch, aktivierend und stressreduzierend gestaltet. Durch bewusst gewählte Materialien, Licht- und Einrichtungselemente wird der Patient mobilisiert, ohne dabei den Umweltstressfaktoren einer konventionellen klinischen Einrichtung ausgesetzt zu sein.

Pro Jahr ermöglichen die Kliniken in St. Veit im Pongau sowie „Der Sonnberghof“ im burgenländischen Bad Sauerbrunn rund  4.000 Patientinnen und Patienten eine onkologische Rehabilitation.

Wie das Rehabilitationsprogramm auf die Patienten langfristig wirkt, wird nun weiter erforscht. Für die erste Studie zu den Effekten von Rehabilitation wurden in St. Veit im Pongau bereits Daten von  knapp 1.000 Personen ausgewertet. Auf dieser Grundlage will Prof. Licht auch gemeinsam mit dem Sonnberghof weiter am Thema onkologische Rehabilitation forschen. Ziel ist es, zu prüfen, wie nachhaltig die durch die Rehabilitation erzielten Verbesserungen der Lebensqualität der Patienten sind. (Schluss)

Über die VAMED Rehabilitation

Als weltweit führender Gesundheitsdienstleister betreibt die VAMED 15 der renommiertesten Rehabilitationseinrichtungen, zwölfdavon in Österreich, zwei in der Schweiz und eine in Tschechien mit insgesamtmit 17880Betten.  Mit rund 1300 Betten ist die VAMED auch der größte private Anbieter von Rehabilitationsleistungen in Österreich. Die Einrichtungen stehen für Kassenpatienten offen und erweitern das Gesundheitsangebot in den Fachrichtungen Neurologie, Onkologie, Orthopädie/Rheumatologie, Psychosomatik/Psychiatrie, Kardiologie, und Pulmologie.

Diagnose- und Behandlungsmethoden am letzten Stand der Technologie und modernst ausgestattete Einrichtungen sorgen dafür, dass auch Ausstattung und Umgebung zu einer raschen Genesung des Patienten beitragen. Durch die Vernetzung der Standorte und die Einbindung weiterer Fachleute für Prävention, Akutmedizin und Pflege stellt die VAMED in jeder ihrer Einrichtungen spitzenmedizinische und -therapeutische Behandlungsangebote nach neuesten Erkenntnissen sicher.